Wie Ihr ja vielleicht schon mitbekommen habt, ging unser diesjähriger (Anm. 2001) Jahresurlaub fast um den halben Erdball [mit Anreise], nämlich in die USA nach Kalifornien, Arizona, Utah und Nevada. Wir hatten uns gedacht - ehe die Kinder ganz eigene Wege gehen - noch mal einen "großen" gemeinsamen Urlaub zu verbringen. Über das Ziel waren wir uns relativ schnell einig, über die Art und Weise der Fortbewegung hat es dann doch Diskussionen gegeben, aber eher am Anfang der Tour als vorher bei der Planung. Ich habe die Fahrt natürlich ein bißchen als Neuauflage meines 1980er 11-Wochen-Trips (zum Abschluß des Studiums) gesehen und dies entsprechend geschildert. Natürlich vergißt man im Laufe der Jahre gern die nicht so schönen Dinge und stellt die guten Erinnerungen in den Vordergrund, was soll's. Wir haben dann irgendwann im März die ganze Sache gebucht, und da gäbe es sowieso kein zurück mehr.
Los ging es am letzten Schultag hier in Niedersachsen (Mi 27.6 [Wiebke hat deshalb bis heute Ihr Zeugnis auch nicht bekommen, weil die sich in der Schule so [blöd] angestellt haben]), Autofahrt nach Amsterdam, Flug mit United Airlines ab dort über London nach San Francisco. Dort einen 25-Fuß-Camper von Cruise America übernehmen, durch die Gegend düsen, am 18.7 das Ding wieder abgeben, am 19.7 früh am Morgen Ortszeit wieder in den Flieger steigen und nach Amsterdam zurück, dort am 20.7 morgens ankommen und wieder nach Hannover zurück.
Soweit der Plan.
Wie so oft im Leben kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.
4.30 Uhr wecken, 5.15 Abfahrt, ruhige Fahrt nach AMS, 9.15 einchecken, geplanter Abflug nach London um 11.30. Die erste Planung, die auch auf unseren Tickets stand, sah sogar erst einen Abflug um 13.40 vor, da hätten wir wenigstens noch ausschlafen können. Dann das übliche Rumgammeln am Airport, bis es ans Einsteigen gehen sollte.
Gegen 10.00 wird auf den Flughafen-Monitoren plötzlich eine Verspätung unserer London-Maschine von 60 min angezeigt. Wie sofort zum Transfer-Desk und wg. Anschlußflug nachgefragt. Dort hat man uns aber beruhigt, wie die netten Damen das so üblicherweise machen. Die Verspätung reduzierte sich zum Glück danach auf 40 min. Wir zum Gate, wo es ans Einsteigen geht. Gut 10 min vor dem Boarding wird dort plötzlich unser Name im schönsten holländischen Englisch ausgerufen.
Wir wieder hin: Jetzt macht man uns auf einmal klar, daß wir in London den Anschluß an die Maschine nach San Francisco doch nicht mehr erreichen können. Wie sollten bitte so freundlich sein, unser gesamtes Gepäck wieder von einem speziellen Band in der Ankunftshalle abzuholen und uns dann zum United-Schalter begeben. Dort würde man uns sicherlich weiterhelfen.
Unsere Laune war inzwischen bei Minus 80 Grad. Also, quer durch den ganzen Flughafen zurück und in der Ankunftshalle (oh, sind wir schon wieder da. Das war aber einer kurzer Urlaub...) auf das blöde Gepäck gewartet. Immer wenn auf diesem speziellen Band was kommt, gibt es ein häßliches Klingeln. All zu oft klingelte es nicht - und unser Gepäck kam auch nicht. Heidi lief schon zu großer Form auf.
Irgendwann war es mir dann auch zu bunt und ich bin ohne meinen Koffer aus der Halle raus (einen einfachen Weg zurück gab es nicht) und dann wieder längs durch den Airport zum United-Schalter gerannt und hab mit der UA-Tante zu diskutieren begonnen - soweit mein Englisch dies zuließ. Die Mitarbeiterin machte mir wenig Hoffnung, am gleichen Tag noch einen Flug nach SFO zu bekommen, es wäre alles ausgebucht. Meine Vermutung dazu: Überbucht! Aber das gibt natürlich niemand zu. Nachdem ich noch einmal sehr deutlich die Randbedingungen unseres Urlaubs (Übernahme Camper usw.) klar gemacht habe, hat sie bei anderen Airlines nach freien Plätzen gesucht und ist tatsächlich bei Air France fündig geworden, allerdings hat Sie mir kaum Hoffnungen auf Erreichen des Fluges gemacht, da dieser schon um 13.25 Uhr losfliegen würde, wir aber wegen des langen Wartens auf die Ausgabe unseres Gepäcks sehr spät dran seien.
Inzwischen kamen dann auch Heidi und die Kinder mit dem Gepäck an - es war dann wohl doch mal auf dem Sonderband erschienen. Unsere Urlaubsstimmung war aber schon gründlich verdorben. Wir haben es aber doch versucht und haben in einem echten Hindernislauf, wieder mit Gepäck und allem quer durch den Flughafen, den Flug nach Paris noch erreichen können. Inzwischen waren wir fix und alle.
Der Air France-Flug ging dann doch pünktlich nach Paris los und auch der Anschlußflug nach Washington-Dulles flog planmäßig. Der einzige Trost an der Geschichte war, das wir auf beiden Air France Flügen BusinessClass hatten, das machte die Sache doch erträglicher und für meine Beine "räumlicher". In Paris durften war dann auch die entsprechende Lounge benutzen, Essen (Snacks) + Trinken ist dort frei. Sie hatten sogar Internet-PCs, die gingen aber gerade nicht. Trotzdem war das Personal sehr freundlich und hat San Francisco, d.h. Heidis Cousine Jennifer über unseren neuen Flugplan informiert.
Bei der Ankunft in Washington wurde uns gesagt, daß alle ihr Gepäck vom Band holen müßten. Ich frage mich, warum dann in Amsterdam angeblich alles Gepäck bis San Francisco durchgecheckt wurde? Aber das war inzwischen auch egal. Drei unserer vier Koffer kamen dann auch tatsächlich bis das Band abgestellt wurde. Bei Wiebke kam Freude auf, ihr Koffer fehlte nämlich. In der Hallenaufsicht hat man uns daraufhin mitgeteilt, daß leider ein Gepäckstück (eben dieser Koffer) "irgendwo in Paris geblieben" sei. Es würde "umgehend mit der nächsten Maschine" nachgeliefert und wir sollten uns deswegen in San Francisco am entsprechenden Schalter melden um den "United Airline delayed baggage report" auszufüllen. Nach dem Verlassen der Gepäckhalle durften wir die restlichen drei Koffer dann wieder auf ein Band legen.
Der Weiterflug nach San Francisco mit UA war um 21.35 angesetzt. Das Boarding fand auch relativ pünktlich statt - aber das war es dann auch erst einmal. Eine freundliche Stimme teilte uns mit, daß die Maschine wegen eines technischen Defektes noch nicht starten könnte, die Techniker arbeiteten mit Hochdruck daran. Dieser Hochdruck dauerte eine gute Stunde, so daß wir erst nach 22:30 Dulles verließen und statt um 0:11 erst gegen 1:30 auf dem Airport in San Francisco landeten. Der vorzügliche Service von United bestand auf diesem Flug aus einem oder mehreren Glas Wasser, das war’s! Kein Vergleich zu Air France.
In San Francisco angekommen, standen wir dann im Prinzip vor dem Nichts. Die gesamte Planung mit Transfer zum Standort des Campers und Übernahme des Fahrzeuges und Übernachtung darin war natürlich hinfällig. Der erste bezahlte Tag der Mietdauer war seit 1,5 Std. vorbei. Vielen Dank United Airlines.
Aber zum Glück war Jennifer dann doch da. Wir haben uns und die Koffer dann mehr oder weniger wortlos ins Auto geschmissen und uns von ihr "nach Hause" fahren lassen (am Rand von Redwood City, knapp 20 Meilen südlich des Flughafens, für amerikanische Verhältnisse "um die Ecke"). Inzwischen waren wir knapp 30 Stunden unterwegs.
Nach einer kurzen Nacht begannen dann unsere, d.h. Jennifers telefonischen Nachfragen bei United wo sie außer schöner Wartemusik eine große Menge Inkompetenz, Arroganz und Widersprüche an der anderen Seite der Leitung zu hören bekommen hat. Und wir wurden von Flugzeug (aus Paris) zu Flugzeug vertröstet (mit der nächsten Maschine kommt es bestimmt, der Koffer ist definitiv hier - oder da). Dies ging den gesamten Donnerstag so, und Sie Ihr glaubt es nicht, auch noch den gesamten Freitag.
Gegen Mittag sind wir dann mit Jennifer erst mal nach Oakland auf der anderen Seite der Bay gefahren, um den Camper abzuholen. Das klappte ganz gut, der Verkehr auf den Highways war allerdings ziemlich heftig. Bei Cruise America, dem Vermieter durfte ich dann gleich noch mal 900 USD für die Vor-Ort Gebühren (Versicherung, Innenausstattung, Deposit usw.) abdrücken. Das hat uns gleich einen Vorgeschmack auf das diesjährige Preisniveau gegeben. Auf dem Weg zurück durfte ich dann versuchen Anschluß an Jennifers Wagen (7er BMW) zu halten, mit dem Riesen-Camper eine echte Herausforderung, aber wir sind alle zusammen angekommen.
Kurz vorm Haus (es liegt oben auf einem Hügel) gab’s dann noch ein schreckliches Geräusch im Heck des Campers, die Karre war mit dem Heck an einer Steigung aufgesetzt. Ich hab mich dann kurz runtergelegt, um zu sehen ob etwas kaputt war, konnte aber beruhigt feststellen, daß genau für diese Vorkommnisse zwei kräftige, runde Stahlbügel unten angebracht sind, die die Karosse schützen sollen, haben Sie dann ja auch getan.
| Am Nachmittag sind wir mit Jennifer + Max (dem immer traurig nach Futter Ausschau haltendem Labrador) an die Pazifikküste zur Half Moon Bay gefahren. Obwohl nur wenige Meilen entfernt, temperaturmäßig ein deutlicher Unterschied - und ein frischer Wind dazu. | ![]() |
Gefahrene Camper-Meilen: 40
| Nachdem die morgendlichen Anrufe immer noch keine
konkreten Ergebnisse bez. des Koffers gebracht hatten, hat uns Jennifer in den
BMW gesteckt und in Richtung San Francisco losgeschickt (Sie hat ein
Home-Office und mußte was tun). Wir also auf dem Highway 280 nordwärts, quer
durch den Golden Gate Park und dann in die Lombard Street (die berühmte in
Schlangenlinienform). Sie ist unten an der Bay eine ganz normale Stadtstraße,
zieht dann aber im Stadtteil Russian Hill mächtig bergan. Und da gab es sogar
einen kostenlosen Parkplatz!
Dann ging’s zu Fuß weiter, die geschlängelte Lombard runter in Richtung Fishermans Wharf und Pier 39. Dort der übliche Trubel, aber wg. Nebel keine Aussicht auf die Golden Gate. Nach erfolgtem Rundgang und Wiederfinden des Autos incl. notwendiger Bergbesteigung (die Gegend ist wirklich nichts für Radfahrer) haben wir die Golden Gate mit dem Ziel Muir Woods überquert. Dies ist ein kleiner Staatspark ca. 10 Meilen nördlich davon, wo in einem Tal eine Menge die riesigen Redwood-Bäume stehen. Von der Anzahl her natürlich nicht mit den großen Nationalparks vergleichbar, aber dafür gleich vor der Haustür. Nach dem schattigen Spaziergang in den Woods war dann Sausalito der nächste Stopp, wieder mit unangenehm hohen Temperaturen und immer noch etwas diesig und deswegen leicht verhangenem Blick von Norden auf San Francisco. Von da aus dann zum Nordende der Golden Gate Bridge, wo es so etwas wie eine Ansammlung von "Vista Points" gibt, die einen wirklich tollen Blick (von der Meerseite) auf die Golden Gate mit San Francisco dahinter bieten. Die Wolken hatten sich inzwischen weitestgehend verzogen. Vor da aus ging’s zurück in die Stadt (in Richtung Chinatown) und an der Toll-Plaza der Golden Gate eine erfreuliche Überraschung: Wir mußten nicht zahlen, da wir mit 4 Personen die Car-Pool Bedingung erfüllten. Da ein Besuch in San Francisco ohne Cable-Car eigentlich kein richtiger Besuch ist, haben wir das Auto fast an der gleichen Stelle wie am Morgen wieder abgestellt und sind gleich dort in die, bzw. auf die Powell-Hyde-Line aufgesprungen. Der Wagen war soll voll, das der Kassierer nicht mal an uns ran kam. Hendrik fühlte sich wie ein S-Bahn-Surfer, so hing er auf dem Trittbrett. Unten in Chinatown haben wir und nach einem kleinen Preisvergleich dann den Bauch mehr oder weniger voll gehauen, danach ging’s dann mit gleicher Cable-Car-Linie zurück zum Auto. Diesmal war aber Fahrpreis fällig, 8$ für alle. |
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Auf dem Rückweg zu Jennifer sind wir nochmals durch den Golden Gate Park und angrenzende Anlagen gefahren, viel Grün (aber nur weil es ständig bewässert wird) und Golfplätze. "Zu Hause" angekommen (8 Uhr) immer noch kein Koffer da. Jim, Jennifers Mann, war aber immer noch am telefonieren und machte und erste Anzeichen von Hoffnung (angeblich wäre der Koffer in San Francisco und sollte heute noch kommen, aber das Fuhrunternehmen war zu blöd, die Adresse zu finden ...) Wir verbrachten also inzwischen 3 Tage unseres USA-Aufenthaltes damit auf Anschlußflüge, Flugzeugreparaturen oder vagabundierende Koffer zu warten. Wie hättet Ihr Euch in dieser Lage gefühlt ? (OK, den Freitag haben wir im Prinzip urlaubsmäßig genutzt - mit dem Camper wäre ich allerdings ungern nach San Francisco reingefahren).
Nach und nach klappen den Anwesenden wg. Müdigkeit die Augen zu, wir wollten aber die Hoffnung nicht ganz aufgeben, und tatsächlich, um 0:30 sehen wir dann plötzlich (endlich ?) ein Licht auf das Haus zukommen ... und wieder verschwinden. Aber kein Klingeln, kein Klopfen, kein gar nichts. Wir sind dann doch neugierig vors Haus gegangen und dann steht doch tatsächlich der Koffer von Wiebke da, gezeichnet von vielen Flugmeilen und Umpackvorgängen, versehen mit einem Quickly-Tag (Wie bitten höflichst um bla bla usw.).
Jetzt konnte es endlich losgehen - aber erst mal ins Bett und schlafen.
| Frühstück, dann den Inhalt der Koffer im Camper verstauen (die Koffer blieben im Haus, sonst wäre es eng im Auto geworden), Abschiedsfotos und los - südwärts. Aber erst mal die enge Straße den Hügel runter, und dann erst mal tanken - und schön drauf achten, daß das Dach der Tankstelle auch höher als 12 Fuß ist, sonst rummst es nämlich oben fürchterlich. | ![]() |
Dann wieder Bekanntschaft mit den amerikanischen Tanksäulen, wo es nicht reicht, die Zapfpistole aus der Säule zu nehmen, in den Tank zu stecken und dann zapfen. Nein, es muß immer noch irgendwo ein Knopf gedrückt oder ein Hebelchen umgelegt werden, sonst kommt gar nichts. Und ohne vorher zu bezahlen erst recht nichts, entweder bar (innen an der Kasse oder direkt an der Säule), meistens aber per Kreditkarte an der Säule selbst. Wenn’s funktioniert (tut es fast immer), dann ist es ganz praktisch.
| Derart gerüstet war das nächste Ziel der berühmte
17-Mile-Drive südlich von Monterey.
Auf dem Weg dorthin haben wir an einem der vielen Shopping-Centers an den großen Highway-Ausfahrten und erst mal mit dem Grundvorrat an Lebensmittel und Getränken ausgerüstet sowie die Karre vollgetankt. Die uns noch im Kopf verbliebenen günstigen Lebensmittelpreise sind endgültig Geschichte, man kann bei fast allem $=DM rechnen, so waren wir für Frühstücksdinge und Fruchtsäfte mal so eben 185,- DM losgeworden. Die Fahrt an der Küste (17-Mile-Drive und danach Highway No. 1) ließen diese niederen Gedanken aber bald vergessen. Wir fuhren dann weiter und weiter und die Campgrounds entlang des Weges zeigten alle "belegt" an (es war ja auch Wochenende). Station haben wir dann schließlich in Pismo Beach gemacht, wo wir bei einbrechender Dunkelheit den drittletzten Stellplatz in der Pismo-Coast-Village ergattern konnten. Nach soviel Fahrerei ging’s dann per Pedes Downtown, d.h. ein paar Hundert Meter weiter, wo wir landesüblich Speisen und Getränke zu uns genommen haben, eine Tradition, die uns diesen Urlaub noch länger begleiten sollte. |
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Gefahrene Meilen: 265
| Die erste Nacht im Camper haben wir ganz gut überstanden,
ich schlafe ja fast überall wie ein Stein, dafür kann Heidi eigentlich nur in
Ihrem eigenen Bett gut schlafen, so gleich sich das aus... - Spaß beiseite,
Heidi und Hendrik hatten das Bett im Heck des Wagens (sozusagen zu ebener Erde)
und Wiebke und ich schliefen oben im Alkoven über der Fahrerkabine, wo man ganz
gut hoch, aber im müden Zustand nicht ganz so gut wieder runterkommt. Da
Hendrik im Schlaf öfters rotiert, hat er auf der einen Seite die Jalousien des
Fensters eingedellt - und auf der anderen lag Heidi .... Die Aufsteherei,
Wascherei und Frühstückerei klappte am ersten Morgen noch nicht ganz so gut
(schließlich ist ja auch Sonntag) und so haben wir bis fast um 12.00 Uhr (Check-Out-Zeit) rumgetrödelt, bis wir startklar waren.
Es ging weiter nach Süden auf der 1 und 101, nächster Stopp war Solvang, ein dänisches Refugium in Kalifornien, alles natürlich ein bißchen kitschig, aber trotzdem nett anzusehen. Wegen der Hitze konnten wir aber nicht allzu lange dort rumlaufen. 50 Meilen weiter haben wir in Santa Barbara Halt gemacht, einen Blick auf die alte Mission geworfen und dann von einer Art Rathausturm die Stadt von oben besichtigt. Zurück auf dem Highway sind wir in den sonntäglichen Rückreiseverkehr gekommen und haben gesehen, daß wir schnell wieder Land gewinnen, was wir nach gut 10 Meilen am Carpinteria State Beach dann auch taten. Dort hatten wir Glück und bekamen den letzten Platz (zumindest für Camper unserer Größenordnung). Im übrigen war es fast der günstigste Platz des gesamten Urlaubs mit einer Gebühr von 12$. Das andere Extrem sollte am nächsten Tag folgen... |
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Gefahrene Meilen: 119
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Auf dem Highway 1 ging es jetzt fast westwärts, entlang berühmter Strände wie
Santa Monica oder Malibu (aber kein Baywatch On Duty) in den Moloch Los Angeles
hinein. Ziel war Hollywood und nach ein paar Ehrenrunden wg. Verfahrens,
Einbahnstrassen und Baustellen habe wir es auch erreicht. Gesucht haben wir den
Walk Of Fame und wir waren beide erst der Meinung, daß er auf dem Sunset
Boulevard liegt - ist aber nicht, das Ganze ist auf dem Hollywood Boulevard zu
finden. Bei den vielen Karten, die wir im Auto hatten, hätten wir gleich auf
die richte schauen sollen. Nach dem das
Parkplatzproblem (wieder einmal) mit einem längeren Fußmarsch gelöst wurde,
haben wir dann einen Teil der Stars und Sternchen abgearbeitet, nämlich den
Bereich um das berühmte Graumann Chinese Theater [Premieren-Kino], wo die richtigen Hand- und
Fußabdrücke im Straßenpflaster zu sehen sind.
Nachdem wir unseren Flüssigkeitspegel wieder aufgefüllt hatten wagten wir uns auf einen der vielen Highways in Richtung Süden (Anaheim) und waren in guter Gesellschaft mit vielen zehn- bis hunderttausend anderen Autos, sprich, es ging meilenweit nur im Schrittempo voran. Dabei war die eigentliche Rushhour (ab 17.00) noch gar nicht da. Irgendwann am Nachmittag haben wir dann das Tagesziel, Disneyland, erreicht. Unser Wunschcampingplatz war leider schon voll, so blieb nur die zweite Alternative, nämlich der in der Upper$-Kategorie. |
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An dieser Stelle kurz eine Erläuterung zum
Campingplatzbegriff. Man darf sich darunter keinesfalls eine grüne Wiese mit
lauter schönen bunten Zelten vorstellen. Was wir benötigen war i.A. ein sog.
RV-Park (die Camper oder Wohnmobile laufen unter dem Begriff Recreation
Vehicle) mit Hook-UPs, d.h. Anschlüssen für Strom, Frisch- und Abwasser. Diese
RV-Parks haben manchmal nur den Charme eines großen Parkplatzes mit ein paar
Grünabtrennungen. Bei der Anmietung des Autos haben wir einen dicken Katalog
mitbekommen, in dem fast alle Plätze der USA verzeichnet sein sollten, mit
detaillierten Angaben zu Größe und Ausstattung der einzelnen Plätze. Preismäßig
gab es 3 Kategorien, Low-, Mid- und Upper-$, wobei wir letztere leider ziemlich
häufig angetroffen haben, obwohl sie von der (sanitären) Ausstattung
keinesfalls immer ihr Geld wert waren. Aber die Lage spielte natürlich auch
eine große Rolle, so auch hier in Anaheim in der Nähe von Disneyland, wo wir
gut 40$ pro Nacht abdrücken durften.
Gefahrene Meilen: 142
| Früh aufstehen war angesagt, damit wir vor dem großen Run noch ein paar Attraktionen ohne Wartezeit abarbeiten konnten, Transfer mit einem ganz normalen Linienbus, der direkt vor dem RV-Park hielt, das hat auch einigermaßen geklappt, aber ab 11.00 war’s dann doch überall voll mit Schlangestehen. Der Tag vergeht wie im Fluge, die Disney-Parade um 19.30 haben wir uns noch angesehen und dann ging’s auf dem gleichen Weg zurück wie am Morgen. |
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Gefahrene Meilen: 0
| 4th of July, der große Feiertag der Amis und für uns wieder Reisetag. Raus aus dem Großraum Los Angeles in Richtung Nord-Osten, zum Grand Canyon. Die Anzahl der Fahrspuren auf den Highways wird schnell weniger (6,5,4,3,2), zum Glück auch der Verkehr. Gegen Mittag Stop in Barstow, dort ist lt. Reisführer ein großes Outlet-Center. Es liegt auch unübersehbar neben dem Highway. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem ersten Einkaufsbummel und tanken uns und den Camper auf. Weiter ostwärts auf der I-40, eine scheinbar endlose Stecke durch die südliche Mojave-Wüste. | ![]() |
Das erste Grün scheint es erst wieder am Colorado zu geben und so fahren wir bis Needles und bekommen auch einen Platz direkt am Fluß. Die Temperaturen sind abartig hoch, wir nehmen alle erst mal ein Bad im Pool, aber eine Erfrischung ist das p-warme Wasser nicht. Auch nach Sonnenuntergang (sehr schön übrigens) kaum ein Hauch von Abkühlung. Die Gegend ist zwar ziemlich gottverlassen, aber die eine oder andere Leuchtrakete ist doch zu sehen, zur Erinnerung, heute ist einer der wichtigsten Feiertage der Amis. Schlafen im Camper ist nur mit voll laufender Klimaanlage möglich, laut aber kühl.
Gefahrene Meilen: 261
Weiter geht’s auf der I-40 ostwärts, immer noch alles sehr wüstig, schließlich sind wir ja auch in Arizona. Bei Williams geht der Abzweig zum Grand Canyon nordwärts ab, wir erreichen inzwischen eine Höhe von über 7000 Fuß und neben der Straße sehen wir so weiße Flecken, wir denken zuerst, daß es Schnee sei, halten es aber doch unwahrscheinlich. Wahrscheinlich ist es erst vor kurzem gefallener Hagel, der Himmel ist nämlich noch ganz bedeckt und hier und dort sieht man noch einige Pfützen.
Am Parkeingang reihen wir uns in die Schlange ein, die Hinweistafeln zeigen „available campgrounds“ im Park an und wir löhnen frohen Mutes die 20$ Eintritt in den Park (1 Woche gültig). Nachdem wir uns über die diversen Straßen in Richtung Village durchgekämpft haben (es herrscht reichlich Verkehr dort), kommt am Eingang des RV-Campgrounds die große Enttäuschung. Freie Plätze hätten Sie in keinster Weise, alles seit langem und für lange ausgebucht. Und warum am Parkeingang freie Plätze angezeigt werden, kann die gute Frau auch nicht verstehen. Sie wollte die Ranger aber informieren.
Na prima. Wir also gefrustet wieder Retour, aus dem Park raus und auf den RV-Park, der ein paar Meilen vor dem Eingang in Tusayan liegt. Dort ist auch noch genügend frei, natürlich ist er teurer, dafür liegt er weiter weg...
Der abendliche Spaziergang „um die Häuser“ läßt uns in
einem Souvenir-Shop einen PC mit Internetzugang entdecken, an dem wir eine
erste Überlebensmail von unterwegs an Schwesterherz und an Jennifer schicken.
Außerdem ist ein Blick auf die Schlagzeilen der Hannoverschen Allgemeinen
fällig, wo gerade der Selbstmord von Hannelore Kohl gemeldet wird. Der
Temperaturvergleich mit der letzten Nacht konnte kaum größer ausfallen, gestern
in Needles auch in der Nacht weit über 30 Grad, heute fast winterlich bis 6
Grad runter, wir haben aber alle wesentlich besser geschlafen als die Nacht
davor.
Gefahrene Meilen: 248
| Am
Morgen geht’s gleich wieder in den Park rein auf den RV-Parkplatz in der Nähe
des Bahnhofs (ja, es fahren richtige Züge nach Grand Canyon Village). Von dort
aus zu Fuß zum South-Rim, wo die verschiedenen Shuttle-Busse ihre
Abfahrtspunkte haben.
Wir machen erst die West-Tour, die sich gut 13 km bis zum Hermits-Rest hinzieht. Leider haben wir das ganze etwas verkehrt angefangen, da die Busse zwar auf dem Hinweg an jedem Aussichtpunkt anhalten aber nicht auf dem Rückweg. So sind wir an unseren Fußmarsch gekommen. Die Aussicht ist wie fast immer grandios und auf keinem Bild oder Film in angemessener Weise festzuhalten. Man muß es selbst gesehen haben. Der Himmel ist keineswegs strahlendblau, wir können das von Osten heranziehende Gewitter in allen Einzelheiten beobachten. Einen der vielen Blitze auf den Film zu bannen, ist aber keinem von uns gelungen. Nach dem West-Part war dann noch der zentrale Part dran, zu dem auch das Canyon View Information Plaza gehört. Dies soll zukünftig das Haupeingangstor für ein noch zu bauendes Massenverkehrsmittel werden, da man den Individualverkehr noch weiter aus dem Park zurückdrängen will. Im Augenblick liegt es noch etwas verlassen mitten im Wald. Dort haben wir aber gut das inzwischen herangezogene Gewitter über uns ergehen lassen können. Am letzten Aussichtspunkt gab’s noch ein kleine Panik, weil Hendrik auf einmal unauffindbar war. Nach allg. Ausschwärmen und Suchen hat er sich dann doch wieder eingefunden. Nach dem Auffüllen der Lebensmittelvorräte an der Market Plaza ging’s zum RV-Park zurück. |
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Gefahrene Meilen: 14
| Noch mal wieder in den South Entrance in den Park rein,
dann aber gleich rechts ab auf den Desert View Drive in Richtung East Entrance.
Einige Zwischenstops (Grandview, Moran) auf dem Weg dorthin. Am Desert View
Point stand dann endlich auch der Turm, den wir schon auf vielen Fotos gesehen
hatten, kein alter Ritterturm, sondern ein in den 30er Jahren erbauter
Aussichtspunkt, der höchste des South Rims mit 7438ft (2267m). Nach
Verlassen des Parks ein sehr schönes Stück Highway 64. In den dann folgenden
Gebieten der Navajo- und Hopi-Reservate (Highway 160) wird es wieder viel
wüstiger.
In Kayenta biegen wir auf den Highway 163 nach Norden und sind nach wenigen Meilen im Monument Valley, das bekannte mit den einzelnen Plateau-Bergen. Da alles Navajo-Gebiet ist, ist das Valley kein „echter“ National Park, sondern ein Navajo- Tribal Park. Wie fahren bis zum Visitor-Center, das in der Mitte des Tals liegt. Von dort werden auch Touren rund um die einzelnen Felsen angeboten, aber die gehen 4 Std über staubige Pisten – ohne uns. Am Nordende des Valleys grüßt ein Felsen, der seinen Namen wirklich zu Recht trägt, Mexican Hat, ein echter Sombrero. Wir verlassen die 163 kurz danach, um auf der 261 mehr nordwestlich zu kommen. Kurze Zeit später sprechen Verkehrsschilder eine deutliche Sprache: Diese Straße ist nicht für Trucks oder Wagen mit Anhänger geeignet, es ist mit starken Steigungen und engen Kehren zu rechnen, außerdem ist die Straße für einige Meilen ohne feste Decke. Wie bitte ? Das Fahren auf unbefestigten Straßen ist uns mit dem Camper eigentlich verboten, da der in Frage kommende Umweg hätte aber einen Umweg von gut 50 Meilen bedeutet, also Augen zu und durch. Die genaue Analyse der AAA-Karte ergab tatsächlich, das der Highway in diesem Bereich grau statt Schwarz gezeichnet ist. Wir fuhren als munter weiter auf die vor uns liegende Feldwand zu, ohne das wir einen Hauch einer Straße darin entdecken konnten, aber irgendwie mußte es wohl doch weitergehen. Ging es auch, aber als erstes hörte tatsächlich der Alphalt auf und es ging bergan. Jetzt hatten die Berggänge des Campers Premiere. Die Geschwindigkeit bewegte sich im Bereich von ca. 10mph, das war aber der Straße (soweit man das Schotterding so nennen konnte) durchaus angemessen. Da wir sowieso allein auf weiter Flur waren, haben wir auch keinen andern großartig aufgehalten und uns langsam aber sicher das Plateau hinaufgekämpft. Die Aussicht oben war riesig. Dort war wieder Belag vorhanden und nach 20 Meilen ging’s auf der 95 in Richtung Colorado. Man durchfährt auf dieser Straße den White Canyon, eine Landschaft, die so aussieht als hätten 10.000 Riesen jahrelang mit Felsen rumgespielt, Stein wohin man sieht. Wir überqueren bei Hite den Colorado, der hier (immer noch) zum Lake Powell aufgestaut ist, ein See inmitten einer Steinwüste. Aber es gibt einige Unermüdliche die tatsächlich hier campen und auf dem See düsen auch einige Motorboote herum. Wir fahren weiter auf der 95 nordwärts bis Hanksville, der ersten Ansammlung von Häusern seit 100 Meilen, die fast so etwas wie ein Ort ist und übernachten dort auf dem RV-Park. Und hier hat auch noch etwas anderes Premiere: Unser erstes (und letztes) im Camper gekochtes Abendessen, Spagetti mit Sauce Bolognese (diese fertig aus der Packung). Mahlzeit. |
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Gefahrene Meilen: 338
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Es geht westwärts auf der 24, immer noch Steinlandschaften in allen Variationen. Wir durchqueren den Capitol Reef Nat’l Park, es wird grüner, zu ersten mal ein Bachbett neben der Straße, welches auch Wasser führt. Nach 50 Meilen links ab auf die 12 südwärts durch den Dixie National Forest. Die gesamte Stecke ist sehr schön und abwechslungsreich, einmal sehen wir sogar ein Reh mit Kitzen direkt an der Straße vor uns stehen, zum Fotografieren hat es aber nicht gereicht. Am frühen Nachmittag erreichen wir das Tagesziel, den Bryce Canyon. Man fährt dort eine ca. 20 Meilen lange Straße auf einem Gebirgskamm, an dem jede Menge Aussichtspunkte den Blick in das Tal mit seinen bunten und filigranen Gesteinsformationen erlauben. Die schönsten Ausblicke gruppieren sich um das sog. Amphitheater. Es gibt natürlich auch immer Wanderwege, aber die Begeisterung der Kinder hält sich arg in Grenzen. Ihnen ist die Natur, die Sie so sehen (sollen) schon zuviel. Quartier nehmen wir auf dem RV-Park von Rubys Inn, der direkt vor dem Park liegt. Hier erleben wir das einzige Mal während der drei Wochen einen anhaltenden und ausgiebigen Regenguss.
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Gefahrene Meilen: 202
Geplant war über die 12, 89, 9 und I-15 zum Lake Mead, dem Tagesziel, zu gelangen. Sah zuerst auch noch gut aus. Die Fahrt auf der 12 durch den Red Canyon hat noch einmal viele bunte Felsen gezeigt, auf der 89 fährt man durch satte Wiesen und Weiden (fast wie im Alpenvorland), die Ernüchterung kam an der Mt. Carmel Jct. Zu 9. Auf der wollten wir eigentlich den Zion Nat’l Park durchqueren. Die freie Durchfahrtshöhe des Tunnels auf der Strecke machte uns aber einen Strich durch die Rechnung. Das Verkehrsschild wies eine Höhe von 11ft irgendwas aus, wie benötigten aber 12ft. Da wir keine Lust hatten, die oben sitzende Klimaanlage zu beschädigen, mußten wir den Umweg über Fredonia und die 389 wählen. Dadurch kamen wir einmal mehr wieder nach Arizona zurück und konnten zur Abwechslung auch mal wieder meilenweit geradeaus fahren. In Washington/St. George waren wir dann wieder auf der alten Route, der I-15 und auf der ging es in großen und großartigen Serpentinen meilenweit talwärts, wobei wir oft von dicken Trucks überholt wurden, denen die Geschwindigkeitsbeschränkungen offensichtlich ziemlich egal waren. Bergauf waren wir dafür schneller ... In Glendale haben wir die I-15 verlassen, um einen der Campgrounds an diesem Teil des Lake Mead aufzusuchen. Ähnlich wie am Lake Powell vor einigen Tagen ist hier aber außer dem Wasser nur Wüste anzutreffen, alles bei sengenden Temperaturen.
| Deshalb Weiterfahrt bis nach Boulder City, wo noch zwei Plätze liegen sollten. Wir haben auch beide gefunden, aber, für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich, die hatten schon (es war gerade 17.30) dicht und ein Late-Check-In nicht möglich. Die schienen auf Kundschaft nicht unbedingt angewiesen zu sein. Also doch noch Weiterfahrt nach Las Vegas. Vorher aber noch runter zum Hoover Dam, wo der Colorado zum Lake Mead aufgestaut wird. Der dort gewonnene Strom versorgt den gesamten Staat Nevada und große Teile von Arizona. Der Hauptanteil des Nevada-Stromes wird ohne Zweifel in der Glitzermetropole Las Vegas verbraten. Eine komplette Besichtigung des Dammes war wegen der fortgeschrittenen Tageszeit nicht mehr möglich, uns reichte der Rundgang aber auch so. |
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Und danach ab zum Stern in der Wüste. Wir hatten dem Reiseführer entnommen, das es an einigen der großen Hotels auch RV-Parks gab, und so steuerten wir das Circus Circus an. Zufällig mußten wir bei der Fahrt dorthin auch gleich über den Strip um bekamen so gleich eine volle Ladung der buntesten Eindrücke, der Straßenverkehr und die Hotelsuche hatten aber Vorrang und fast am Ende wurden wir auch fündig. Der RV-Park (=Parkplatz mit Hook-UPs) war riesig, es war genügend Platz frei und preiswert war’s obendrein.
Wir dann gleich rein in „unser“ Hotel (schön klimatisiert)
und dann standen sie da, die schier unübersehbaren Mengen an einarmigen
Banditen, kurz Slots genannt. Alle möglichen Ausführungen von 5 Cent bis 5
Dollar. Daneben gab es aber auch noch einen kompletten Vergnügungspark unter
Glas in dem Hotel integriert, mit Achterbahn, Wildwasserbahn, Auto-Scooter und
vielen anderen kleinen und großen Attraktionen. So etwas findet man in
Deutschland nur in den großen Vergnügungsparks oder auf Schützenfesten wie dem
Hamburger Dom oder Bremer Freimarkt – hier gehört es zum Hotel, und das war
absolut kein Einzelfall. Wir sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen – und
auf der Strasse aus dem Schwitzen auch nicht mehr, die Temperaturen von Needles
hatten und voll und ganz wieder eingeholt. Das Lichtermeer nach Einbruch der
Dunkelheit ist nicht beschreibbar, nur selber hinfahren hilft wirklich.
Gefahrene Meilen: 355
| Einmal Strip und zurück, der Tag könnte anstrengend werden – und wurde es. Wir sind an diesem Tag insgesamt ca. 10 km in sengender Hitze und im Wechselbad Klima/Hitze gelatscht, es war hart, aber die Eindrücke habe ich noch heute plastisch vor Augen. Eine solche Ansammlung von riesigen Hotels, die jeweils unter einem bestimmten Thema gebaut worden sind, ist weltweit einmalig. Es gibt Venedig (mit Kanälen, Gondeln und Markusplatz), Paris (mit Eiffelturm, Arc de Triumph und Heißluftballon), New York (Manhattan mit einer Achterbahn On Top), das Luxor-Hotel als Pyramide mit einer Sphinx davor, vor dem Treasure Island findet regelmäßig eine Seeschlacht zwischen zwei Piratenschiffen statt, vor dem Mirage, wo Siegfried und Roy immer mit ihren weißen Tigern auftreten bricht abends alle 15 min ein Vulkan aus usw. und so fort. Am Ende des Tages platzt der Kopf fast vor Eindrücken und die Füße qualmen von der Hitze, aber es lohnt sich auf jeden Fall. |
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Gefahrene Meilen: 0
| Nach den Anstrengungen von gestern ist ein ruhiger Shopping-Tag in zwei Einkaufs-Malls angesagt. Außerdem hatte ich Adressen von 2 Internet-Cafes mitgebracht, von denen wir wieder mal eine Nachricht absetzen wollten. Das mit den Malls hat gut geklappt, das mit den Cafes dafür nicht. An den Adressen angekommen, waren dort inzwischen andere Geschäfte tätig (ja, das gab es hier mal, aber das ist schon länger her... – soviel zur Aktualität des Internets). Wie haben dann aber doch noch was gefunden, gegenüber der Uni, eine richtige Computer-Spiel-Höhle, wo eine Reihe von Leuten fürchterlich mit Ballerspielen beschäftigt war. Der Laden an sich hat aber einen sehr sauberen und ordentlichen Eindruck gemacht, der Typ war auch freundlich und billig war’s auch, 3$ die Stunde, für unsere 20min Mail schreiben haben wir nur einen Dollar zahlen müssen. Zum Schluß noch eine kleine Visite im Hardrock-Cafe, welches hier in Verbindung mit einem kompletten Hardrock-Hotel zu finden ist. | ![]() ![]() |
Gefahrene Meilen: 31
Ade, Las Vegas. Auf der I-95 geht es nordwestlich in Richtung Lake Tahoe. Aber erst mal wieder viele Meilen Wüste. Wir fahren parallel zum Death Valley (leider für unseren Camper verboten). Der erste Stop ist bei Beatty, wo wir die Rhyolite Ghost Town besichtigen wollen. Ist aber `ne Pleite, weil die nur aus drei halbverfallenen oder eingezäunten Häusern besteht. Also zurück zur 95 und weiter NW bis zum Abzweig der 266. Dort sind wir wieder unter uns, d.h. kein Verkehr, und geht ab in die Berge quer rüber nach Kalifornien. Dort treffen wir bei Big Pine auf die 395 und halten uns wieder NW. Bei Mammoth Lakes suchen wir uns ein Quartier, es bleibt aber nur ein staatlicher Platz ohne jegliche Anschlüsse und mit einfachen sanitären Einrichtungen – und einer Bärenwarnung.
Gefahrene Meilen: 321
| Früh morgens geht’s weiter, ohne Bärenkontakt gehabt zu haben. Die Spritpreise nehmen nach dem Las Vegas-Tief ungeahnte Höhen ein, ich hätte doch lieber gleich am Morgen tanken sollen. Eigentlich ist Bodie unser nächstes Ziel, da es aber über 20m im Hinterland abseits liegt, ist ein kleiner Umweg zur nächst größeren Ortschaft wg. Tankens angesagt. Den finden wir auch, und auch den höchsten Spritpreis, den wir auf dieser Reise zahlen durften (2,29$/Gallone). Nach Bodie ging’s dann wieder einmal über ein Stück Schotterstraße, aber das schreckte mich nach dem Benzinpreisschock auch nicht mehr. Bodie ist wirklich sehenswert. Die Stadt hatte 1880 ihre Blütezeit mit über 10.000 Einwohnern und 65 Saloons. 1932 wurde in der Kirche der letzte Gottesdienst gehalten. Nach Bodie wieder zurück auf die 395 und dann über die 50 zum Lake Tahoe. Dort wollten wir uns am Nordende bei Incline Village einen Platz für die Nacht suchen zwecks Besuchs der dort liegenden Ponderosa Ranch am nächsten Tag. War aber nicht, die Ecke des Sees ist offensichtlich den Reichen (und Schönen?) vorbehalten – alles Privatbesitz bis zum Wasser runter. Wieder den gleichen Weg zurück bis zu einem RV-Platz, den wir auf dem Hinweg vor Carson City schon gesehen hatten, wo wir uns nun für 2 Tage einquartierten. |
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Gefahrene Meilen: 223
Tagesausflug nach Virginia City, wenn schon nicht Ponderosa, dann gleich die ganze Stadt aus den guten alten Bonanza-Tagen. Die Western-Stadt ist wirklich nett anzusehen, auch wenn natürlich viel von der alten Western-Romantik auf Kommerz beruht. Es gibt sogar eine alte Dampf-Eisenbahn.
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Gefahrene Meilen: 50
| Nach der Camp-Pleite mit dem Nordufer geht es heute über
die 50 an die „Südküste“ des Lake Tahoe. Kurz
vor South Lake Tahoe verläuft die Grenze zwischen Nevada und Kalifornien, auf
Nevada Seite ist deutlich das letzte/oder erste Auftreten der Spielcasinos und
–Hotels zu sehen, dann geht alles in den normalen Touristen-Betrieb über, der
hier wirklich intensiv ist. In
Camp Richardson finden wir einen geeigneten Platz im Wald und haben dann noch
Gelegenheit den sonntäglichen amerikanischen Standleben beizuwohnen. Sehr viele
Motorboote, gute Lifemusik in einem Strandlokal, Großfamilien
mit Picknick usw. |
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Gefahrene Meilen: 52
Beim Verlassen der Lake Tahoe Area werden wir tatsächlich ein einer Kontrollstation raus gewunken und eine Inspektorin des kalifornischen Landwirtschaftsministeriums wünscht „an Borad“ kommen zu dürfen. Sie fragt, wo wir schon überall waren und wirft einen Blick in unseren Kühlschrank. Nachdem dort offensichtlich nicht verdächtiges enthalten ist, dürfen wir weiterfahren. Es geht die 50 westwärts langsam die Sierra Nevada runter in Richtung Sacramento.
| Dort gegen Mittag angekommen, wollen wir erst einmal den RV-Park aus dem Katalog suchen. Die richtige Abfahrt vom Highway haben wir schon gefunden, aber die Querstraßen passen alle nicht so – bis wir nach einigen Meilen ganz am Ende sind. Ursache: Die Beschreibung ging davon aus, daß man von der I-80 kommt (was aber nirgendwo stand) und nicht wie wir von der 50. Was soll’s, wir haben einen Platz bekommen und sind dann weiter in die Stadt, um uns Old Sac anzuschauen, ein Stadtviertel, welches nach alten Plänen wieder aufgebaut wurde. Gleich daneben das Kalifornische Eisenbahn-Museum, welches wir auch noch besichtigten, angenehm kühl innen und auch interessant. Nach einem Bummel durch die Fußgängerzone Downtown und einem Blick auf das Capitol von Kalifornien (Sacramento ist Landeshauptstadt) ging’s zurück zum RV-Platz. Dort gab es einen alten 486er als kostenlosen Internet-Zugang, und so haben wir noch einmal Mails geprüft, zum Glück. Jennifer hatte uns schon vor Tagen geschrieben, daß sie am nächsten Tag dienstlich unterwegs wäre – witzigerweise genau nach Sacramento, wo wir jetzt waren. Wir müßten also bis Mittag da sein, wenn wir Sie noch tagsüber antreffen wollten. |
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Gefahrene Meilen: 123
| Wir sind tatsächlich früh hoch, haben ein letztes mal getankt und auch Propangas nachfüllen lassen und dann ab auf den I-80 in Richtung San Francisco. Je näher wir der Bay Area kamen, desto dichter der Verkehr, aber zum Glück alles ohne richtig großen Stau. Wir sind die I-80 bis SF gefahren, d.h. wir kamen über die Bay Bridge in die Stadt rein, ein tolles Panorama. Danach dann schon fast das Üblich, 280 bis Redwood City, dann rauf auf den Hügel bis zum Haus. Um Punkt 12.00 waren wir da. Kurz danach hat Jennifer sich auf den Weg zu Ihrem Abend-Seminar gemacht und wir haben den Camper ausgeräumt und sauber gemacht. Der Rest war dann relaxen. | ![]() |
Gefahrene Meilen: 123
| Am Vormittag mußte der Camper bis 11.00 Uhr bei Cruise America in Oakland abgegeben sein, das haben wir so gerade auch noch geschafft. Im Vergleich zum Ankunftstag war da richtig der Bär los, inzwischen waren auch zwei Deutsche unter dem Personal. Die Übergabe verlief problemlos, wohl auch weil wir den Wagen sauberer zurückgegeben haben als wir ihn bekommen hatten. Nur teuer ist das ganze geworden, da wir doch erheblich mehr Meilen gefahren sind, als ursprünglich angenommen. Auf dem Rückweg zu Haus mußten wir wg. Verkehrsstau noch einen kleinen Schlenker machen und sind so direkt durch Palo Alto, dem Herzen des Silicon Valleys gekommen (u.a. auch am Hauptsitz von SUN Microsystems vorbei). |
Gefahrene Meilen: 32
5.30 Uhr aufstehen, Koffer ins Auto und ab zum Flughafen (Jennifer sei Dank), dort ist schon der Bär los, die Abfertigung geht aber relativ schnell. Am Einstiegs-Gate angekommen sind zwar alle Passagier da, aber kein Flugzeug.
Uns kam schon wieder das Hinflug-Trauma hoch. Aber das Flugzeug wurde dann doch bald angeschleppt, angeblich leichte Verzögerungen wg. Nebels. Start mit 30 min Verspätung, Flugzeug eng aber OK (Boing 777), Landung in Washington, dort alles raus und Flugzeug wechseln (diesmal ohne Koffer) und dann mit anderer Maschine vom gleichen Typ über den Teich nach Amsterdam.
Da wir der Sonne entgegenflogen, war die Nacht kurz. Im Gegensatz zum Hinflug sind wir überpünktlich gelandet und Wiebkes Koffer war der erste von unseren vieren. Auf dem Parkplatz beim Auto angekommen ein kräftiger Regenguß zur Begrüßung in Europa und dann rauf auf die Autobahnen rund um Amsterdam in Richtung Heimat, wo wir gegen 12.00 Uhr auch wohlbehalten angekommen sind.
Die nächsten Tage leiden wir alle mehr oder weniger unter dem Jetlag, immerhin 9 Stunden. Richtig durchschlafen konnte ich erst 5 Tage später und so nach und nach ist auch dieses Dokument dabei entstanden. Ich hoffe, ihr könnt von dieser Schilderung einen kleinen Einblick in unsere erlebnisreichen Wochen gewinnen, den Rest müssen wir irgendwann persönlich vermitteln.
Schöne Grüße
Holger, Heidi, Wiebke und Hendrik